Wann ist der kürzeste Tag des Jahres?

Mia Chow · · Aktualisiert am · Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wie uns ein Leser mit einem Augenzwinkern geschrieben hat: Streng genommen ist JEDER TAG gleich lang (Großbuchstaben vom Leser). In diesem Artikel geht es also darum, an welchem Tag des Jahres es am wenigsten Tageslicht gibt.

Der kürzeste Tag des Jahres ist der Tag der Wintersonnenwende. Er fällt auf der Nordhalbkugel auf den 21. oder 22. Dezember. Dann ist der Nordpol am stärksten von der Sonne weg geneigt, und es gibt am wenigsten Tageslicht und die längste Nacht.

Auf der Südhalbkugel ist der kürzeste Tag am 20. oder 21. Juni, wenn der Südpol am stärksten von der Sonne weg geneigt ist.

Das genaue Datum verschiebt sich von Jahr zu Jahr leicht, weil das Kalenderjahr nicht genau mit dem Umlauf der Erde um die Sonne übereinstimmt.

Was viele überrascht: Der kürzeste Tag ist nicht der Tag mit dem frühesten Sonnenuntergang oder dem spätesten Sonnenaufgang. Die frühesten Sonnenuntergänge kommen einige Tage vor der Sonnenwende, die spätesten Sonnenaufgänge einige Tage danach. Hier erfahren Sie, warum.

Der kürzeste Tag des Jahres in den nächsten 10 Jahren

Jahr Nordhalbkugel Südhalbkugel
2026 21. Dezember 2026 21. Juni 2026
2027 22. Dezember 2027 21. Juni 2027
2028 21. Dezember 2028 20. Juni 2028
2029 21. Dezember 2029 21. Juni 2029
2030 21. Dezember 2030 21. Juni 2030
2031 22. Dezember 2031 21. Juni 2031
2032 21. Dezember 2032 20. Juni 2032
2033 21. Dezember 2033 21. Juni 2033
2034 21. Dezember 2034 21. Juni 2034
2035 22. Dezember 2035 21. Juni 2035

(Daten in UTC; in manchen Zeitzonen fällt der Zeitpunkt auf den Tag davor oder danach)

Wie viel Tageslicht es zur Wintersonnenwende gibt, hängt von der geografischen Breite ab: Je weiter Sie vom Äquator entfernt sind, desto kürzer ist der Tag. Innerhalb des Polarkreises geht die Sonne überhaupt nicht auf. In der Nähe des Polarkreises herrscht dann tagsüber nur Dämmerung, am Pol selbst ist es rund um die Uhr völlig dunkel.

Historische Bedeutung

Die Wintersonnenwende hat in vielen Kulturen und Epochen eine große Rolle gespielt.

Stonehenge, England

Stonehenge ist wohl das bekannteste Bauwerk, das mit der Sonnenwende in Verbindung steht. Es ist auf den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende ausgerichtet. Vermutlich diente es alten Zeremonien, möglicherweise um den Wechsel der Jahreszeiten zu markieren.

Sonnenuntergang in Stonehenge zur Wintersonnenwende

Newgrange, Irland

Dieses prähistorische Ganggrab ist auf den Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende ausgerichtet. Das Licht fällt dann durch einen schmalen Gang bis in die innere Kammer, ein Schauspiel, das bis heute Besucher anzieht.

Saturnalien im antiken Rom

Die Saturnalien waren ein Fest in den Tagen vor der Wintersonnenwende, das der Dunkelheit etwas entgegensetzen sollte. Dazu gehörten Festessen, Großzügigkeit gegenüber den Armen und der Austausch von Geschenken.

Kulturelle Bedeutung

Viele alte und heutige Kulturen messen diesem astronomischen Ereignis eine besondere Bedeutung bei. Daraus sind zahlreiche Bräuche, Feste und Traditionen entstanden. Einige Beispiele:

Tod und Wiedergeburt

In vielen Kulturen gilt die Sonnenwende als Zeit von Tod und Wiedergeburt. In zahlreichen Mythologien wird die Sonne als Gottheit dargestellt, die stirbt und wiedergeboren wird.

Christentum

Dass Weihnachten am 25. Dezember gefeiert wird, geht möglicherweise auch auf die römischen Saturnalien und die Wintersonnenwende zurück. Die Geburt Jesu Christi passt gut zum Gedanken von Wiedergeburt und Erneuerung.

Julfest in Skandinavien

Das Julfest war ursprünglich ein heidnisches Fest, an dem die Wiedergeburt der Sonne gefeiert wurde. Zu den Bräuchen gehörten das Verbrennen eines Julklotzes, Festessen und ausgelassenes Feiern. Viele dieser Bräuche sind später in das Weihnachtsfest eingeflossen.

Dongzhi-Fest in China

Dieses Fest markiert den Beginn des Winters und ist eine Zeit für Familientreffen und besondere Speisen. Gefeiert wird die Rückkehr der längeren Tage und damit eine Zunahme positiver Energie.

Die Wintersonnenwende aus dem Weltall

Vom Weltall aus betrachtet ist die Sonnenwende der Moment, in dem die Erdachse am stärksten von der Sonne weg geneigt ist: Die Nordhalbkugel ist so weit von der Sonne abgewandt wie zu keinem anderen Zeitpunkt des Jahres. Nördlich des nördlichen Polarkreises geht die Sonne dann nicht auf, südlich des südlichen Polarkreises geht sie nicht unter.

Das heißt nicht, dass die Erde in diesem Moment weiter von der Sonne entfernt ist: Tatsächlich erreicht sie Anfang Januar das Perihel, den sonnennächsten Punkt ihrer Umlaufbahn. Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse, nicht durch den Abstand zur Sonne.

Schema der Wintersonnenwende: Der Nordpol ist am stärksten von der Sonne weg geneigt Illustration: Przemysław Idzkiewicz, Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0); Beschriftungen übersetzt.

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